Wenn im Sommer der neue Batman-Film „The Dark Knight“ Premiere feiert, wird einer der Darsteller zwar auf der Leinwand zu sehen sein, aber auf dem roten Teppich fehlen. Heath Ledger, der die Rolle des Batman-Gegenspielers Joker spielt, wurde am Dienstag tot in seiner New Yorker Wohnung gefunden. Den Durchbruch in der Filmbranche schaffte Ledger 2005 mit dem Film „Brokeback Mountain“ von Ang Lee. Darin spielte er einen schwulen Cowboy, der sein Leben lang unter den Spannungen zwischen homosexueller Liebe und konservativen gesellschaftlichen Konventionen leidet. Für seine Darstellung war Ledger bei den Oscar-Verleihungen 2006 als bester Hauptdarsteller nominiert worden. Die Autorin der literarischen Vorlage für den Film, Annie Proulx, lobte, Ledgers Darstellung sei jenseits von dem, was mit Worten beschrieben werden könne.

Ledger wurde am 4. April 1979 im australischen Perth als Sohn einer Französischlehrerin sowie eines Rennfahrers und Bergbauingenieurs geboren. Obwohl er als Jugendlicher auch als Hockeyspieler von sich reden machte, war Ledgers Passion schon früh der Schauspieleri. Bekannt wurde er in seinem Heimatland schließlich 1996 durch die TV-Serie „Sweat“, in dem er einen jugendlichen Radfahrer mimte, der für die Olympischen Spiele trainiert. Zwar spielte er an der High School mit Begeisterung Theater, aber eine klassische Schauspiel-Ausbildung genoss Ledger nie. Dennoch zog er als 19-Jähriger nach Hollywood, um dort seine Karriere voranzutreiben. Dabei vermied er Rollen in Komödien, da er als Charakterschauspieler den Erfolg suchte.

Erfolg auf Gespür zurückgeführt

Noch nach seinem weltweiten Erfolg in „Brokeback Mountain“ sagte Ledger, es sei bedauerlich, dass er nie eine Schauspielschule besucht oder einen professionellen Lehrer gehabt habe. Fehler habe er nicht in der Ausbildung, sondern immer auf der Leinwand gemacht. Seinen Erfolg führte der blonde Mann auf sein Gespür zurück. Sein Instinkt habe ihn zu dem gemacht, was er sei, sagte der Australier 2001 in einem Fernsehinterview.

In dem Teenie-Liebesfilm „10 Dinge, die ich an Dir hasse“ musste Ledger sich noch mit der Rolle des Frauenherzen brechenden Schönlings zufriedengeben. Eine Chance, sich im ernsthaften Genre zu beweisen, bekam er im Jahr 2000, als Mel Gibson auf seinen jungen Landsmann aufmerksam wurde und ihn unter 500 Bewerbern für die Rolle seines Sohnes in dem Kriegsfilm „Der Patriot“ von dem deutschen Regisseur Roland Emmerich auswählte. Ledger besitze dieses „gewisse Etwas“, das eine „Leinwand zum Leuchten bringe“, lobte Gibson.

Durch die Zusammenarbeit mit Gibson und Emmerich hatte Ledger sich einen Namen gemacht. Es folgten Rollen in den Filmen „Ritter aus Leidenschaft“, „Monster’s Ball“ und „Die vier Federn“. Im Jahr seines großen Durchbruchs spielte er außer in „Brokeback Mountain“ auch in „Gebrüder Grimm“ und „Casanova“. Als einer von mehreren Bob-Dylan-Darstellern war Ledger 2007 in „I’m not there“ zu sehen.

Mit vermehrter Leinwandpräsenz interessierten sich auch Boulevard-Blätter und Fotografen zunehmend für den Australier. Die Aufmerksamkeit steigerte sich noch, als 2005 Ledgers Tochter Matilda zur Welt kam. Ledger selbst beschrieb sich zwar als ehrgeizig und ungeduldig, wehrte sich jedoch immer dagegen, in seiner Freizeit von Paparazzi abgelichtet zu werden. Er sei ein scheuer Mensch gewesen, sagt seine Schauspielkollegin Emile Sherman, mit der er 2006 für „Candy“ vor der Kamera stand. Er habe eine sensible und empfindsame Persönlichkeit mit „emotionaler Tiefe“. (afp)